Die aktuellen Querschnitts-Leitlinien der Bundesärztekammer zur Hämotherapie
Autoren
Stephan Bernek, Klinik für Anaesthesie und Operative Intensivmedizin, St. Vincentius-Kliniken, Karlsruhe (Direktor: Prof. Dr. med. J. Biscoping) J. Biscoping, Klinik für Anaesthesie und Operative Intensivmedizin, St. Vincentius-Kliniken, Karlsruhe (Direktor: Prof. Dr. med. J. Biscoping)
Der Vorstand der Bundesärztekammer hat am 29.08.2008 auf Empfehlung des Wissenschaftlichen Beirats die vierte Auflage der „Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten“ verabschiedet. Diese Auflage ersetzt die bisher gültige Fassung der Leitlinien aus dem Jahr 2003. Die Neubezeichnung als Querschnittsleitlinien wurde gewählt, da Therapieempfehlungen zur gesamten Bandbreite von Blutkomponenten und Plasmaderivaten gegeben werden. Durch diesen breiten Themengegenstand wird von dem üblicherweise in Leitlinien vorgenommenen Bezug auf eine einzelne Krankheitsentität abgewichen. Die Neuauflage zeichnet sich durch eine Fokussierung auf Schlüsselempfehlungen aus. Die Leitlinienautoren prüften dabei kritisch die aus tradiertem klinischem Wissen abgeleiteten Behandlungsgrundsätze und Dosierungsangaben nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und entwickelten neue Handlungsempfehlungen entsprechend den Grundsätzen der Evidence-based Medicine. Die nach Empfehlungsgrad und Evidenzlevel klassifizierten Empfehlungen zielen auf konkrete Problemstellungen aus der täglichen Behandlungspraxis. In insgesamt 11 Kapiteln werden Empfehlungen zur Therapie mit Erythrozytenkonzentraten, Thrombozytenkonzentraten, Granulozytenkonzentraten, Plasma zur therapeutischen Anwendung, Humanalbumin, Faktorenkonzentraten, Prokoagulatoren, Inhibitoren, humanen Immunglobulinen sowie zur Autologen Hämotherapie gegeben. Kapitel 11 befasst sich mit den unerwünschten Wirkungen, die bei der Anwendung der zuvor genannten Produkte auftreten können.