Anästh Intensivmed 2017;58:66-84 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Analgesie und Anästhesie in der Geburtshilfe – Neues und Standards

Autor

Jan Wallenborn, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin HELIOS Klinikum Aue, Gartenstraße 6, 08280 Aue, Deutschland

Schlüsselwörter

Geburtshilfe, Analgesie, Anästhesie, Standards, Komplikationen

Zusammenfassung

In der geburtshilflichen Analgesie und Anästhesie sind bei allen Techniken und Medikationen die Auswirkungen auf Mutter und Kind zu beachten. Die wesentlichen Standards sind durch Leitlinien definiert. Neben der Einhaltung einer Entscheidungs-Entbindungs-Zeit unter 20 Minuten müssen die Kliniken ein regel­mäßiges Notfalltraining sicherstellen, interdisziplinäre Absprachen treffen und Standardvorgehensweisen definieren. Neuroaxiale Verfahren sind unverändert die Basis der geburtshilflichen Analgesie; bei einer Risikokonstellation soll ein Anästhesist frühzeitig eingebunden werden. Die Spinalanästhesie ist weiter das Verfahren der Wahl zur Sectio caesarea, dies auch unter erschwerten Begleit­bedingungen wie Adipositas oder vorangegangener Skolioseoperation. Todesfälle in Verbindung mit einer Regionalanästhesie (Sinusvenenthrombose, Subduralhämatom, Lokalanästhetika-Intoxikation) erfordern die Weiterentwicklung von Standards (Benachrichtigung des weiterbehandelnden Arztes, Lipid-Rescue) und die Umsetzung in der täglichen Praxis.
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