Anästh Intensivmed 2017;58:132-137 Deutsch English
Originalia - Klinische Anästhesie
Videolaryngoskopische Intubationsbedingungen bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte – Ein Vergleich zwischen Glidescope® GVL und C-MAC® mit Miller-Spatel

Autoren

Haitham Mutlak, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt
M. Unglaube, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt
M. Klages, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt
W. Rosskopf, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt
C.F. Weber, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt
K. Zacharowski, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt
C. Byhahn, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt / Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­medizin und Schmerztherapie Ev. Krankenhaus Oldenburg

Schlüsselwörter

Atemwegsmanagement, Tracheale Intubation, Kinderanästhesie, Lippenspalte, Gaumenspalte, Laryngoskopie

Zusammenfassung

Hintergrund: Lippen-Kiefer-Gaumen­spalten sind häufige angeborene Fehlbildungen beim Menschen und werden zumeist schon innerhalb des ersten Lebensjahres operativ korrigiert. In 5-11% der Fälle ist das Vorliegen einer solchen Anomalie mit einer schwierigen Laryngoskopie assoziiert und kann ein modifiziertes Vorgehen bei der Sicherung des Atemweges erfordern. Videolaryngo­skopische Techniken kommen hierbei vermehrt zum Einsatz und können auch im Kindesalter zu einer Verbesserung der Intubationsbedingungen beitragen. Zielsetzung: In der vorliegenden Arbeit wurden die Intubationsbedingungen zwischen der indirekten Laryngoskopie mittels Glidescope® GVL 2 und der indirekten und direkten Laryngoskopie mittels C-MAC® Miller-Spatel 1 bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte miteinander verglichen. Methoden: Über einen Zeitraum von 8 Monaten wurden Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte prospektiv abwechselnd entweder indirekt mit dem Glide- scope® GVL-2-Spatel oder direkt und indirekt mit dem C-MAC® Miller-1-Spatel laryngoskopiert. Die Visualisierung der Glottisebene nach der modifizierten Cormack und Lehane Klassifikation war das Hauptzielkriterium. Sekundäre Zielparameter waren unter anderem die Zeit bis zur optimalen Sicht und die Zeit bis zur Intubation. Ergebnisse: 36 Kinder, die sich einer elektiven Korrektur einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte unterzogen, wurden eingeschlossen und erfolgreich intubiert. Jeweils 18 Kinder wurden mit dem C-MAC® Miller-Spatel Gr. 1 und mit dem Glidescope® GVL-Spatel Gr. 2 laryngo­skopiert. Im Vergleich zwischen direkter und indirekter Laryngoskopie mit dem C-MAC® Miller-1-Spatel zeigte sich bei 4 (22%) Kindern eine deutliche Verbesserung der Visualisierung der Glottis­ebene von einer schlechten Visualisierung (CL2b, 3 und 4) hin zu einer guten Visualisierung (CL2a und 1) der Glottis­ebene. Bei Verwendung des Glidescope® GVL Gr. 2 lag lediglich in einem Fall eine schlechte Visualisierung der Glottis­ebene vor. Schlussfolgerung: Der Einsatz indirekter videolaryngoskopischer Techniken kann die Visualisierung der Glottisebene verbessern und reduziert die Anzahl an schwierigen Laryngoskopien bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.
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