Anästh Intensivmed 2012;53:452-469 Deutsch English
Originalia - Klinische Anästhesie
Praxis der ärztlichen Weiterbildung und Rahmenbedingungen im Wandel
Evaluation der Weiterbildung im Fachgebiet Anästhesiologie über einen Zeitraum von fünf Jahren (2006-2011)

Autoren

Klaus Hahnenkamp, Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Münster Albert-Schweitzer-Campus 1 Gebäude A1 48149 Münster, Deutschland
Ch. Ertmer, Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Münster (Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. H. Van Aken)
H. Van Aken, Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Münster (Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. H. Van Aken)
M. Skorning, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Aachen (Direktor: Prof. Dr. R. Rossaint)

Schlüsselwörter

Ärztliche Weiterbildung, Evaluation, Qualitätssicherung

Zusammenfassung

Hintergrund: Die ärztliche Weiter­bil­- dung in Deutschland, als Schlüssel­element zur Sicherung der Versorgungsqualität, ist in die klinische Routineversorgung eingebunden und wird nicht gesondert kalkuliert oder finanziert, obwohl sie auf Grund des Personal- und Zeitaufwandes einen erheblichen Kostenfaktor darstellt. Die (fachgebietsspezifische) Qualität der Weiterbildung ist nicht ausreichend bekannt und sollte im Sinne eines Qualitätsmanagements regelmäßig evaluiert werden. Methodik: Online-Befragungen der außerordentlichen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) in ärztlicher Weiterbildung in den Jahren 2006, 2008 und 2011. Ergebnisse: Die globale Zufriedenheit mit der anästhesiologischen Weiterbildung erreicht im Median einen Wert von 3 (Skala 1-5) mit Tendenz zur Verschlechterung: Es bezeichnen 42,2% ihre Weiterbildung als strukturiert. Die Supervision (z.B. Verfügbarkeit eines Facharztes in Ruf-/Sichtweite) nahm im zeitlichen Verlauf signifikant ab. Weiterbildungsnachweise und -gespräche werden zunehmend geführt (in 75,8% bzw. 67,5%); die festgeschriebene flächendeckende Umsetzung wird jedoch noch nicht erreicht. Zu diesen und weiteren Aspekten werden teilweise erhebliche Unterschiede zwischen Kliniken der Regelversorgung, Maximalversorgung und Universitätsklinika erkennbar. Schlussfolgerungen: Defizite in der Praxis der anästhesiologischen Weiterbildung sind ebenso erkennbar wie der Wille zum Aufrechterhalten und zum Optimieren. Jedoch scheint es im bestehenden System keine weiteren Möglichkeiten dafür zu geben, so dass ein gesondertes Finanzierungsmodell für die „Ärztliche Leistung Weiterbildung“ notwendig erscheint.
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