Anästh Intensivmed 2017;58:180-197 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Notfallsituationen in der geburtshilflichen Anästhesie

Autoren

Jan Wallenborn, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, HELIOS Klinikum Aue
I. Kühnert, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Leipzig
D. O. Chebac, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, HELIOS Klinikum Aue
H. V. Stepan, Abteilung für Geburtsmedizin, Universitäts­klinikum Leipzig

Schlüsselwörter

Geburtshilflicher Notfall, Peripartale Hämorrhagie, Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, Maternale Sepsis, Geburtsstillstand, Nabelschnurvorfall, Fruchtwasserembolie

Zusammenfassung

Hauptursachen der mütterlichen und neonatalen Morbidität und Mortalität sind peripartale Hämorrhagie, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen und Sepsis, darüber hinaus kritische Situa­tionen unter der Geburt und endokrinologische Notfälle in der Schwangerschaft. Eine peripartale Hämorrhagie ist die häufigste Ursache schwangerschaftsbedingter Todesfälle; neben dem rechtzeitigen Erkennen der vital bedrohlichen Situation kommt es entscheidend auf die interdisziplinäre Kooperation an. Bei einer hypertensiven Schwangerschaftserkrankung stehen die Prolongation der Schwangerschaft und die Prävention maternaler Komplikationen im Vordergrund; der Anästhesist ist vor allem im Rahmen der Entbindung gefordert. Die Risikofaktoren für die Entwicklung einer maternalen Sepsis werden in geburtshilfliche und patientenbedingte Faktoren unterteilt; die Therapie folgt den allge­meinen Leitlinien. Geburtsstillstand und Nabelschnurvorfall sind häufige Indika­‑ tionen zur Sectio. Eine Fruchtwasser­embolie wird symptomatisch behan­‑ delt. Endokrinologische Notfälle in der Schwangerschaft sind selten und betreffen zumeist hyperthyreote oder diabe­tische Stoffwechselentgleisungen.
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