Anästh Intensivmed 2017;58:414-428 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Patientenversorgung im Schockraum – aktueller Stand

Autoren

Markus Roessler, Klinik für Anästhesiologie Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, Deutschland
C. Spering, Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und plastische Chirurgie, Universitätsmedizin Göttingen (Direktor: Prof. Dr. W. Lehmann)
O. Schmid, Klinik für Anästhesiologie Universitätsmedizin Göttingen (Direktor: Prof. Dr. M. Quintel)
M. Bauer, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie Klinikum Region Hannover – Klinikum Nordstadt, Hannover (Direktor: Prof. Dr. Dr. M. Bauer, MPH)
D. Ross, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie Klinikum Region Hannover – Klinikum Nordstadt, Hannover (Direktor: Prof. Dr. Dr. M. Bauer, MPH)

Schlüsselwörter

Schockraum, Schockraumteam, ABCDE-Schema, Teamkoordinator, Crisis Ressource Management, Qualitätssicherung

Zusammenfassung

Der Schockraum ist der Mittelpunkt der Zentralen Notfallaufnahme, in dem – ungeachtet von Ätiologie oder Alter – grundsätzlich alle Patienten mit drohenden oder manifesten Störungen der Vitalfunktionen klinisch erstversorgt werden. Der Schockraum soll von den Rettungsmitteln problemlos zu erreichen und so ausgestattet sein, dass bei Störungen der Vitalfunktionen alle erforderlichen Behandlungsressourcen umgehend zur Verfügung stehen. Die Behandlung der Notfallpatienten durch ein erfahrenes und trainiertes Schockraumteam verbessert die Überlebenschance und das Behandlungsergebnis der Patienten. Die initiale Versorgung folgt dem ABCDE-Schema, zu dem in kritischen Situationen immer wieder zurückgekehrt werden soll. Das Team muss von einem Teamkoordinator, alternativ von einer interdisziplinären Führungsgruppe, im Sinn des „Crisis Ressource Management“ geleitet werden. Die Leistungsfähigkeit des Teams kann durch eine gute Fehlerkultur (Qualitätszirkel, Morbiditäts- und Mortalitäts-Konferenzen) immer weiter verbessert werden. Auch für Anästhesisten ist es – wie für Unfallchirurgen gefordert – wünschenswert, dass mindestens die Hälfte der im Schockraum tätigen verantwortlichen Ärzte einen Kurs für die Versorgung kritisch Kranker bzw. Schwerverletzter absolviert hat. Zudem sollen im Schockraum tätige Anästhesisten in der „Anästhesie Fokussierten Sonographie“ Modul 4 und 5 zertifiziert sein.
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