Anästh Intensivmed 2017;58:341-347 Deutsch English
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Deutsches Thoraxregister – Implementierung eines ­etablierten Werkzeuges der perioperativen Versorgungs­forschung

Autoren

Jérôme Defosse, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln
M. Schieren, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln
T. Loop, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Freiburg
C. Arndt, Klinik für ­Anästhesiologie-, Intensiv- und Schmerzmedizin, Unfallkrankenhaus Berlin
R. Röhrig, Abteilung Medizinische Informatik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Department für Versorgungsforschung, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Campus Haarentor, Oldenburg
E. Stoelben, Lungenklinik, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln
C. Ludwig, Klinik für Thoraxchirurgie, Florence-Nightingale-Krankenhaus, Düsseldorf
A. Schleppers, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Nürnberg
F. Wappler, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln
M. Gerbershagen, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln
A. Lopez-Pastorini, Lungenklinik, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Köln

Schlüsselwörter

Thoraxanästhesie, Thoraxchirurgie, Register, Versorgungsforschung, Benchmark

Zusammenfassung

Die Erhebung klinischer Behandlungsdaten in Registerdatenbanken hat seit Jahren einen hohen Stellenwert in der Versorgungsforschung. Hierdurch kann beispielsweise eine kritische Prüfung der Sicherheit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit klinischer Behandlungskonzepte an großen Untersuchungskollektiven erfolgen. Die erhobenen Erkenntnisse aus der Registerforschung entsprechen dem tatsächlichen Patientenklientel und dem Versorgungsalltag der teilnehmenden Kliniken. Sie sind nicht durch strenge Einschlusskriterien oder realitätsferne Rahmenbedingungen klinischer prospek­tiver Studien beschränkt. Durch die Implementierung des Deutschen Thoraxregisters wurde erstmalig die Möglichkeit geschaffen, die interdisziplinäre Betreuung (Thoraxchirurgie, Anäs­‑ thesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie) von Patienten mit operativen Eingriffen am Thorax ganzheitlich in einer Datenbank zu erfassen und auszuwerten. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchir­urgie (DGT) wurde ein ursprünglich rein thoraxchirurgisches Register des Klinikums der Universität Witten/Herdecke-Köln in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg erweitert. Nach Ausarbeitung eines umfangreichen Datenschutzkonzeptes und Abschluss der Pilotphase wurde das Deutsche Thoraxregister als erstes perioperatives, interdisziplinäres Behandlungsregister im Januar 2016 offiziell implementiert. Neben der reinen Registerforschung profitieren die teilnehmenden Kliniken vor allem durch die „Benchmarking“-Funktionen. Das „Benchmarking“, also der Vergleich der Behandlungsqualität verschiedener Kliniken erlaubt es, individuelle Profile, Stärken und Schwächen im nationalen Vergleich zu identifizieren und eigene Fortschritte über mehrere Jahre zu verfolgen. Das Eingabe- und Benchmarkportal ist jederzeit online verfügbar (www.thoraxregister.de). Seit Oktober 2016 wurde das Teilneh­merspektrum erweitert, so dass sämtliche Kliniken mit mindestens 50 thoraxchirurgischen Eingriffen im Jahr teilnahmeberechtigt sind.
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