Anästh Intensivmed 2017;58:602-614 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Akute Nierenersatz­therapie

Autor

Achim Jörres, Medizinische Klinik I für Nephro­logie, Transplantationsme­dizin und internistische Intensivme­dizin, Krankenhaus Köln-Merheim Klinikum der Universität Witten/ Herdecke, Ostmerheimer Straße 200, 51109 Köln, Deutschland

Schlüsselwörter

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Zusammenfassung

Eine akute Nierenersatztherapie ist bei lebensbedrohlichen Komplikationen der akuten Nierenschädigung grundsätzlich dringlich indiziert; dazu zählen insbesondere die refraktäre Hyperkaliämie und schwere metabolische Azidose, eine therapieresistente Überwässerung sowie klinische Urämiesymptome. Bei Fehlen von Akutkomplikationen wird die Indikation in Abhängigkeit von der individuellen klinischen Situation gestellt. Gleiches gilt für die Auswahl des ini­tialen Nierenersatzverfahrens. Während kontinuierliche und verlängert-intermittierende Verfahren hinsichtlich Kreislaufstabilität und Flüssigkeitshaushalt – und damit vor allem für hämodynamisch instabile Patienten – vorteilhaft sind, können lebensbedrohliche Störungen des Elektrolyt- oder Säure-Basen-Haushalts mit der intermittierenden Hämo­dialyse besonders rasch behoben werden. Bezüglich der Behandlungsintensität wird für kontinuierliche Verfahren eine Ablaufrate von wenigstens 20-25 ml/kg KG/h empfohlen; diskontinuierliche Verfahren werden je nach Therapieziel täglich oder zweitäglich durchgeführt. Wichtig ist die engmaschige Überwachung und ggf. Substitution der Plasmaelektrolyte (einschließlich Phos­phat) sowie eine adaptierte Medikamentendosierung, da insbesondere viele Antibiotika durch Nierenersatzverfahren eliminiert werden und daher die Gefahr der Unterdosierung besteht. Die akute Nierenersatztherapie wird beendet, so­- bald es Hinweise auf eine Besserung der Nierenfunktion (wie zunehmende Diurese) gibt.
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