Anästh Intensivmed 2017;58:573-583 Deutsch English
Aus den Verbänden - DGAInfo
Aus dem Wiss. Arbeitskreis Notfallmedizin (Arbeitsgruppe „Taktische Medizin“)
Zusammenarbeit von Rettungskräften und Sicherheitsbehörden bei bedrohlichen Lagen
Ergebnisse eines nationalen Konsensusgesprächs

Autoren

Björn Hossfeld, Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin – Sektion Notfallmedizin RTH Christoph 22 Bundeswehrkrankenhaus 89081 Ulm, Deutschland
H. A. Adams, Fichtenweg 3, 542913 Trier-Ehrang
R. Bohnen, Polizeiärztlicher Dienst, GSG 9 der Bundespolizei, Sankt Augustin
K. Friedrich, Bundesfeuerwehrarzt, Deutscher Feuerwehrverband, Reinhardtstr. 25, Berlin
B. Friemert, Zentrum für Chirurgie, Bundeswehr­krankenhaus Ulm / Arbeitsgruppe Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
J.-T. Gräsner, Institut für Rettungs- und Notfallmedi­zin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
S. Gromer, Deutsches Institut für Katastrophen­medizin, Tübingen
F. Josse, Sektion Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin, Bundeswehrkrankenhaus Ulm / Arbeitsgruppe Taktische Medizin des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin / Tactical Rescue and Emergency Medicine Association e.V.
A. Lechleuthner, Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst
S. Poloczek, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Berliner Feuerwehr
N. Walz, Vizepräsident, Polizeipräsidium Stuttgart
M. Weber, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
T. Wurmb, Sektion Notfall- und Katastrophen­­me­dizin, Klinik und Poliklinik für Anästhe­siologie, Universitätsklinikum Würzburg
M. Helm, Sektion Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin, Bundeswehrkrankenhaus Ulm / Arbeitsgruppe Taktische Medizin des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Schlüsselwörter

Taktische Medizin, Polizei, Rettungsdienst, Bedrohliche Lagen, Terrorismus

Zusammenfassung

Die Bedrohung durch terroristische An­schläge in Europa hat zugenommen und erfordert sowohl von Polizei und Rettungskräften als auch von den Kran­kenhäusern ein Umdenken in der notfallmedizinischen Versorgung. Um ein dienstübergreifendes Konzept zum Vorgehen in solchen „bedrohlichen Lagen“ zu entwickeln und auf die Erfordernisse der einzelnen Fachdienste abzustimmen, haben unter Leitung der Arbeitsgruppe „Taktische Medizin“ des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) erstmals in Deutschland Konsensusgespräche zu dieser Thematik stattgefunden. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für regional zu erstellende Einsatzpläne für „bedrohliche Lagen“ bilden und erstrecken sich u. a. auf Alarmierung, Gefahrenbewusstsein, Ein­satzführung, Kommunikation sowie Strategien zur Patientenversorgung. Die Strategie „Clear the scene“ bestimmt das taktische Vorgehen und die Versorgung entsprechend dem aus dem Militär bekannten Tactical Combat Casualty Care, um die Gefährdung des eingesetzten Personals so gering wie möglich zu halten. Dabei kommt der Stillung kritischer Blutungen verletzter Extremitäten und der Anwendung von Tourniquets besondere Bedeutung zu. Die Etablierung bisher in der Katastrophenmedizin üblicher stationärer Behandlungsstrukturen in der Präklinik ließe zusätzliche und nur schwer zu schützende „weiche“ Anschlagsziele entstehen und sollte ver­mieden werden. Stattdessen sind Maßnahmen erforderlich, um Kliniken zu sicheren Bereichen zu machen.
Drucken kompletter Artikel (PDF) ca. 710 KB Fenster schließen