Anästh Intensivmed 2018;59:186-199 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Perioperative Versorgung des pulmonalen Risikopatienten

Autor

Haitham Mutlak, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main, Theodor-Stern-Kai 5-7, 60590 Frankfurt/Main, Deutschland

Schlüsselwörter

Postoperative pulmonale Komplikationen, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Perioperative Versorgung, Neuromuskuläre Restblockade, Atempumpenversagen

Zusammenfassung

Die Inzidenz von perioperativen pulmonalen Komplikationen (PPK) nimmt wegen des demographischen Wandels mit entsprechenden Komorbiditäten und Eingriffen zu. Zur multifaktoriellen Pathogenese tragen patienten-, operations- und anästhesieassoziierte Faktoren bei. Noch modifizierbare Patientenfaktoren müssen in der präoperativen Visite erkannt werden, wobei vor allem auf die optimale Therapie von Vorerkrankungen und Infektfreiheit zu achten ist. Ggf. ist eine erweiterte pulmonale Evaluation notwendig; auch eine Anämie soll abgeklärt werden. Intraoperativ ist besonders auf eine lungenprotektive Beatmung sowie die strikte Vermeidung einer neuromuskulären Restblockade zu achten; das operative Trauma soll minimiert werden. Postoperativ stehen suffiziente Analgesie, Atemtherapie und Mobilisation im Vordergrund. Bei Risikopatienten kann es trotzdem zu einer Dysfunktion der Atemmuskulatur mit Atempumpenversagen kommen. Durch interdisziplinäre Maßnahmenbündel kann die Rate an PPK weiter gesenkt werden.
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