Anästh Intensivmed 2018;59:213-217 Deutsch English
Aus den Verbänden - DGAInfo
Aus dem Wiss. Arbeitskreis Regionalanästhesie
Relaunch des Netzwerks zur Sicherheit in der Regionalanästhesie in Deutschland – zeitgemäß, benutzerfreundlich, lebendig
10 Jahre Registererfahrung bilden den Grundstock für die 2. Version

Autoren

Christine Kubulus, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Kirrbergerstraße 100, 66421 Homburg/Saar, Deutschland
J. Schmitt, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Kirrbergerstraße 100, 66421 Homburg/Saar, Deutschland
T. Volk, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Kirrbergerstraße 100, 66421 Homburg/Saar, Deutschland

Schlüsselwörter

Regionalanästhesie, Register, Standardisierung, Dokumentation, Benchmark

Zusammenfassung

Registerdaten gewinnen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung, um für den klinischen Alltag relevante Fragestellungen zu analysieren. Randomisierte kontrollierte Studien stellen weiterhin den Goldstandard medizinischer Forschung dar, aber selbst Metaanalysen liefern für spezifische Fragestellungen häufig nicht die erforderlichen Patientenzahlen. Das Netzwerk zur Sicherheit in der Regionalanästhesie in Deutschland (NRA) unterhält nun schon seit über 10 Jahren eine Registerdatenbank, die mittlerweile mehr als 170.000 Fälle umfasst. Gespeichert werden anonymisierte Daten unter anderem zur Epidemiologie, Anlage von Regionalanästhesien, Verordnungen, Visitendaten, Komplikationen und Erfolgsmarker wie Schmerzwerte, Mobilisierungsgrad und Patientenzufriedenheit. Mit Analysen aus dem Register konnten bereits einige Hypothesen zur Infektionsentstehung im Rahmen von Regionalanästhesie-Katheterverfahren belegt werden [6-7,9-10]. Die Relevanz der Registeranalysen für die Praxis zeigt sich auch darin, dass Publikationen, die auf der Basis der NRA-Daten entstanden sind, nun schon zum zweiten Mal in Folge mit dem Albert Van Steenberge Award der European Society of Regional Anaesthesia ausgezeichnet wurden [6,11]. Um dem medizinischen Fortschritt Rechnung zu tragen, wurden Datensatz und Oberfläche des Netzwerk-Registers komplett überarbeitet und an die Anforderungen unserer Zeit angepasst. Das erweiterte Benchmark-Modul bietet eine Vielzahl von Parametern zum direkten Vergleich der internen Versorgungsqualität an. Für die Zukunft ist wünschenswert, dass alle Krankenhäuser in Deutschland Regionalanästhesien nach gleichem Standard dokumentieren und ihre Daten in das Register einspeisen. Nur so können profunde statistische Analysen durchgeführt werden, die auf Basis des realen Krankenhausalltags und nicht unter Studienbedingungen entstanden sind. Ein vorrangiges Ziel unserer Bemühungen ist deshalb auch die Belebung des Netzwerkgedankens, verbunden mit einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederakquise.
Drucken kompletter Artikel (PDF) ca. 1684 KB Fenster schließen