Anästh Intensivmed 2018;59:172-178 Deutsch English
Originalia - Intensivmedizin
Wirkung von Erythro­zytenkonzentrat-Transfusionen auf physiologische Transfusionstrigger bei Intensivpatienten

Autoren

Dania Fischer, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt/Main, Deutschland
S. Schäfer, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main
J. Raic, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main
S. Lindau, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main
H. Mutlak, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main
C. Geisen, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen gGmbH, Frankfurt
M. M. Müller, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen gGmbH, Frankfurt
K. Zacharowski, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main
P. Meybohm, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main

Schlüsselwörter

Transfusionstrigger, Anämie, Transfusion, Patient Blood Management

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung: Das therapeutische Ziel einer Erythrozyten­konzentrat-Transfusion ist eine Steigerung der Sauerstofftransportkapazität zur Vermeidung einer anämischen Hypoxie. Die klinischen bzw. laborchemischen Parameter zur Einschätzung des Hy­poxierisikos bei Intensivpatienten werden allerdings kontrovers diskutiert. Diese Studie untersucht, inwiefern die Trans­fusion von einem Erythrozytenkonzen­trat über einen Zeitraum von 24 h physiologische Transfusionstrigger bzw. die Indices einer unzureichenden Sauerstoffversorgung beeinflusst. Methodik: Im Zeitraum von Januar 2013 bis März 2014 wurden Daten von 2.120 Intensivpatienten erhoben. Folgende Parameter wurden jeweils vor und nach Transfusionen analysiert: Hämoglobinwert, pH, Laktatspiegel, Herzfrequenz, mittlerer arterieller Druck und zentral­venöse Sättigung. Ergebnisse: Der Hämoglobinwert stieg 3 h nach Transfusion um 1,0 g/dl (0,6-1,4; p≤0,001). Nach 3 h erreichten 37,4% der Transfusionen eine Laktat­clearance von mindestens 10%, nach 24 h 46,5%. Nach 3 h kam es bei 34,5% der Transfusionen zu einem Anstieg der zentralvenösen Sättigung um mindestens 5%, nach 24 h bei 36,1%. Schlussfolgerungen: Die Studienergeb­nisse verdeutlichen, dass die Zusammen­schau mehrerer klinischer und laborchemischer Parameter ratsam ist, um jene Patienten zu identifizieren, die von einer Bluttransfusion profitieren.
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