Anästh Intensivmed 2018;59:68-87 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Die intensivmedizinische Erstversorgung des Kindes

Autoren

S. Winkler,
Sebastian Brenner, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Fachbereich Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav, Carus an der Technischen Universität Dresden, Fetscherstraße 74, 01307 Dresden, Deutschland

Schlüsselwörter

Notfall im Kindesalter, Intensivmedizinische Erstversorgung, ABCDE-Schema, Respiratorischer Notfall, Sepsis, Krampfanfall, Bewusstlosigkeit

Zusammenfassung

Die intensivmedizinische Erstversorgung eines kritisch-kranken Kindes entscheidet über die Prognose und erfordert eine strukturierte Behandlung sowie regelmäßiges Teamtraining. Ziel der intensivmedizinischen Erstversorgung ist die unverzügliche Erkennung und Behandlung einer drohenden Dekompensation von Atmung und Kreislauf. Dazu wird das Kind initial und bei jeder klinischen Verschlechterung nach dem ABCDE-Schema systematisch untersucht und behandelt. Fehlerhafte Medikamentendosierungen sind bei Kindern nicht selten und potenziell gefährlich. Respiratorische Notfälle werden in Atemnot mit inspiratorischem Stridor, Atemnot mit exspiratorischem Stridor sowie in Atemnot ohne Stridor unterteilt. Bei einer anaphylaktischen Reaktion muss die weitere Allergenzufuhr beendet und bei kardiorespiratorischer Symptomatik Adrenalin verabreicht werden. Die klinischen Symptome der Sepsis im Kindesalter sind variabel und einzeln betrachtet unspezifisch. Bei Kindern ist die Hypotonie ein Spätsymptom des septischen Schocks; parallel zur Schockbekämpfung muss eine hochdosierte Antibiotikatherapie eingeleitet werden. Für die Infusionstherapie eines thermischen Schadens wird die formelbezogene Therapie in der Folge an altersentsprechende Blutdruckwerte und die Diurese angepasst. Bei einem Krampfanfall muss auch an eine Meningitis oder Encephalitis gedacht werden. Während der Versorgung eines kritisch-kranken Kindes soll ein kompetentes Teammitglied möglichst schnell die Betreuung der Eltern und etwaiger Geschwisterkinder übernehmen.
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