Anästh Intensivmed 2018;59:90-98 Deutsch English
Sonderbeiträge - Recht
Universitätsklinikum Frankfurt/Main: Handreichung zum Vorgehen bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit schwerster Hirnschädigung bei zu erwartendem Hirntod und Organspendewunsch

Autoren

Jan Mersmann, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt / Main, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Deutschland
T. Sauer, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt / Main, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Deutschland
K. Weiske, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt / Main, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Deutschland
B. Wolf-Braun, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt / Main, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Deutschland

Schlüsselwörter

Organspende, Organprotektive Therapie, Hirntod, Irreversibler Hirnfunktionsausfall

Zusammenfassung

Die Entscheidung zur Limitierung der Intensivtherapie wird von der Prognose und dem (mutmaßlichen) Willen des Patienten abhängig gemacht. Mit dem 3. Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts („Patientenverfügungsgesetz“, 2009) herrscht hier Rechtssicherheit, so dass eine per se infauste oder für den Patienten inakzeptable Prognose zur Einstellung der Intensivtherapie führen wird. Dieser Entscheidung kann aber der gleichzeitige Wille des Patienten zur postmortalen Organspende entgegenstehen. Inwieweit man diese zwei Willensbekundungen gegeneinander abwägen darf und welche Voraussetzungen einen Aufschub der Therapielimitierung und den Wechsel zu einer spendezentrierten Therapie rechtfertigen könnten, ist gegenwärtig gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Um einerseits eine unnötige Verlängerung des Sterbeprozesses und weitere Risiken für den Patienten zu vermeiden und andererseits einem ausdrücklichen Organspendewunsch entsprechen zu können, hat eine Arbeitsgruppe des Klinischen Ethik-Komitees am Universitätsklinikum Frankfurt am Main eine Handreichung entwickelt, die dem Behandlungsteam auf der Intensivstation mit konkreten Vorschlägen bei der Bewältigung einer solchen Situation helfen soll.
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