Anästh Intensivmed 2018;59:23-28 Deutsch English
Sonderbeiträge - Lehre und Forschung
Anästhesiologische Habilitation: Wo stehen wir?

Autoren

V.-S. Eckle,
K. Zacharowski,
Patrick Meybohm, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Deutschland

Schlüsselwörter

Habilitation, Anästhesiologie, Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie

Zusammenfassung

Hintergrund: Es gibt unterschiedliche Ansätze, um die Forschungsleistung in der akademischen Hochschulmedizin zu erfassen und zu bewerten. Neben wissenschaftlichen Publikationen und Drittmittelprojekten könnte die Habilitation als ein Qualitätsmerkmal gesehen werden. In der aktuellen Arbeit wurde untersucht, wie das Fach Anästhesiologie sich im Vergleich zu anderen Fachdisziplinen hinsichtlich erfolgreich abgeschlossener Habilitationen in den vergangenen Jahren präsentierte. Methode: Es wurden die im Deutschen Ärzteblatt sowie in Forschung & Lehre veröffentlichten Habilitationen des Zeitraumes 2010 bis 2015 der Fächer Anästhesiologie, Innere Medizin, Gynäkologie und Chirurgie quantitativ analysiert. Zusätzlich wurden alle medizinischen Fakultäten angeschrieben mit der Bitte, die abgeschlossenen Habilitationen der jeweiligen Fachgebiete weiterzuleiten. Doppelmeldungen wurden nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse sind als Mediane (25%, 75% Perzentil) angegeben. Ergebnisse: In der Anästhesiologie wurden 27 (23, 35), in der Inneren Medizin 121 (108, 137), in der Gynäkologie 23 (18, 25) und in der Chirurgie 45 (37, 49) Habilitationen pro Jahr abgeschlossen. Der jährliche Frauen-Anteil lag in der Anästhesiologie bei 12 (4, 15) %, in der Inneren Medizin bei 20 (14, 24) %, in der Gynäkologie bei 31 (23, 38) % und in der Chirurgie bei 14 (10, 17) %. Schlussfolgerung: Die Habilitation bildet Leistungen in Forschung und Lehre ab und spiegelt eine personenbezogene Nachhaltigkeit der wissenschaftlichen Leistung wider. In dieser Hinsicht muss sich die Anästhesiologie mit anderen Disziplinen messen. Um die Anzahl an Habilitationen und den wissenschaftlichen Erfolg in der Anästhesiologie zukünftig zu steigern, bedarf es zusätzlicher Anstrengungen, beispielweise zusätzliche Karrierewege in der Hochschulmedizin.
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