Anästh Intensivmed 2018;59:12-22 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Die kardiopulmonale Reanimation der Schwangeren

Autoren

Karin Becke, Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Cnopf´sche Kinderklinik /Klinik Hallerwiese Nürnberg, Diakonie Neuendettelsau, St. Johannis-Mühlgasse 19, 90419 Nürnberg
C. Eich,
B. Landsleitner,

Schlüsselwörter

Schwangerschaft, Kardiopulmonale Reanimation, Aortokavale Kompression, Notsectio, Interdisziplinäre Koordination

Zusammenfassung

Ein Kreislaufstillstand bei einer Schwangeren ist ein sehr seltenes Ereignis, und für die Behandlung gelten grundsätzlich die gleichen Reanimationsvorgaben wie bei nicht-schwangeren Patientinnen. Das Überleben des Fetus hängt unmittelbar vom Überleben der Mutter ab, daher müssen die Notfallteams ihre initialen Maßnahmen auf die Schwangere konzentrieren. Die Uterusverlagerung bzw. Linksseitenlage zur Verminderung einer (aorto-)kavalen Kompression ist besonders wichtig. Sollte es unter der Reanimation nicht innerhalb von 4-5 min zur Wiederherstellung des Spontankreislaufs kommen, ist ab der 24./25. Schwangerschaftswoche die Notsectio unter laufender Reanimation indiziert, um sowohl das mütterliche als auch das fetale Überleben zu verbessern. In allen geburtshilflichen Einrichtungen sollen Pläne und Ausrüstung für die Reanimation bzw. die Notsectio unter Reanimation vorhanden sein. Eine reibungslose interdisziplinäre Koordination ist von großer Bedeutung; weiter sollen regelmäßige Schulungen und Simulationsprogramme etabliert werden.
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