Anästh Intensivmed 2018;59:32-37 Deutsch English
Mitteilungen - Kasuistiken
Kreislauf- und Lungenversagen nach primär überlebter Koffein-Intoxikation

Autor

Sören Anthonsen, Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln, Bremer Straße 31, 49179 Ostercappeln, Deutschland

Schlüsselwörter

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Zusammenfassung

Koffein ist ein einfach zu erhaltendes Stimulanzmittel, welches auch in großen Mengen problemlos als Reinstoff zu beziehen ist. Die toxische Wirkung nach Einnahme einer zu großen Menge kann verheerende Folgen haben. Wir berichten von einer 35-jährigen Patientin, die versehentlich eine letale Dosis Koffeinpulver (9 g) eingenommen hat und kurze Zeit später reanimationspflichtig wurde. Nach prolongierter präklinischer Reanimation wurde sie im Krankenhaus bei schwerer Laktatazidose weitere 100 Minuten kardiopulmonal reanimiert. Durch die Koffeinwirkung entstand eine schwerwiegende, nicht-defibrillierbare ventrikuläre Tachykardie, welche nur durch die Gabe von Lidocain konvertiert werden konnte. Durch die kontinuierliche Lidocaingabe konnte ein stabiler Sinusrhythmus gehalten werden. Zur Kreislaufstabilisierung wurde Levosimendan in Kombination mit Noradrenalin erfolgreich eingesetzt. Nach anfänglicher Stabilisierung in den ersten zehn Stunden nach Ingestion kam es erneut zu einer Laktatazidose mit Kreislauf- und Lungenversagen, sodass die Patientin 23 Stunden nach Koffeineinnahme trotz maximaler Therapie und Einsatz einer extrakorporalen Membranoxygenierung verstarb.
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