Anästh Intensivmed 2018;59:122-131 Deutsch English
Originalia - Intensivmedizin
Strukturelle Voraussetzungen anästhesiologisch betreuter Intensivsta­tionen in Deutschland bezüglich Entscheidungen zu End-of-Life-Care

Autoren

Manfred Weiss, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
A. Michalsen, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
A. Toenjes, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
F. Porzsolt, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
T. Bein, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
A. Brinkmann, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
F. Bach, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
H. Groesdonk, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
C. Putensen, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland
D. Henzler, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Deutschland

Schlüsselwörter

Intensivmedizin, Strukturdaten zur Intensivmedizin, End-of-Life-Care, Fort- und Weiter­bildung, Palliativmedizin

Zusammenfassung

Hintergrund: Die strukturellen Voraussetzungen bezüglich End-of-Life-Care (EOLC) bei Patienten auf anästhesiologisch betreuten Intensivstationen in Deutschland sind nicht ausreichend bekannt. Ziel der Untersuchung war die Analyse der Ist-Situation durch strukturierte Befragung. Methodik: Im Namen des Forums Epidemiologie/Ethik des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Intensivmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wurden im Oktober 2015 über den E-Mail-Verteiler der DGAI alle Chefärzte zu einer Online-Umfrage bezüglich EOLC-Strukturdaten eingeladen. Erfasst wurden verschiedene Parameter, z.B. Krankenhauskategorie, Versorgungstyp, Träger, Behandlungsschwerpunkte, Anzahl der Ärzte und Oberärzte auf den Intensivstationen, Verhältnis von Ärzten bzw. Pflegekräften zu betreuten Patienten, Verfügbarkeit von Palliativmedizinern, Krankenhausseelsorgern und Psychologen. Ergebnisse: Von 870 angeschriebenen Chefärzten haben 122 die Dateneingabe abgeschlossen (14%). Die ärztliche und pflegerische Personalausstattung entsprach nicht vollständig den Empfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), von BDA/DGAI sowie des Krankenhausplanes NRW 2015. Nur sehr wenige Ärzte und Pflegekräfte verfügten über eine Zusatzbezeichnung bzw. -ausbildung in Palliativmedizin. In etwa 2/3 der Fälle waren ein pallia­tivmedizinisch geschulter Arzt und zumindest werktäglich ein Psychologe verfügbar. Am häufigsten traf dies mit jeweils 89% für Universitätskliniken zu, in fallender Häufigkeit für Krankenhäuser der Maximal-, Schwerpunkt- sowie Grund- und Regelversorgung. Schlussfolgerungen: Es bestehen strukturelle Unterschiede zwischen Krankenhäusern unterschiedlicher Versorgungsstufen und Trägerschaft hinsichtlich EOLC. Welche Auswirkungen dies auf wesentliche klinische Entscheidungen für die EOLC hat, bleibt unklar und sollte im Rahmen von Projekten zur Versorgungsforschung weiter untersucht werden.
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