Anästh Intensivmed 2018;59:234-239 Deutsch English
Originalia - Intensivmedizin
Veränderungen der Transfusionspraxis durch die Einführung von Patient Blood Management

Autoren

Dania Fischer, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Frankfurt/Main Theodor-Stern-Kai 7 60590 Frankfurt/Main, Deutschland
S. Schäfer, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­- me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. Dr. K. Zacharowski)
J. Raic, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­- me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. Dr. K. Zacharowski)
S. Lindau, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­- me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. Dr. K. Zacharowski)
C. Geisen, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen gGmbH, Frankfurt
M. M. Müller, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen gGmbH, Frankfurt
K. Zacharowski, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt
P. Meybohm, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­dizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. Dr. K. Zacharowski)

Schlüsselwörter

Transfusionstrigger, Anämie, Transfusion, Patient Blood Management

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung: Am Uni­versitätsklinikum Frankfurt wurde im Juli 2013 ein multimodales, evidenzbasiertes und interdisziplinäres Patient Blood Management eingeführt. Ein brei­tes Spektrum an Maßnahmen beinhaltete auch Schulungsmaßnahmen zu evidenzbasierter Hämotherapie sowie die Einführung einer digitalen Checkliste zur Dokumentation der Transfusionstrigger. Diese Studie untersucht die darauf folgenden Veränderungen der Transfu­sionspraxis bei Intensivpatienten. Methodik: Im Zeitraum von Januar 2013 bis März 2014 wurden Daten von 2.120 Intensivpatienten erhoben. Es wurden Transfusionsindikationsstellungen vor, während und nach Einführung von Pa­tient Blood Management analysiert. Ergebnisse: Nach Einführung von Pa­- tient Blood Management sank der prä­transfusionelle Hämoglobinwert von 7,9 g/dl (7,5–8,4 g/dl) auf 7,4 g/dl (6,8–7,8 g/dl; p<0,001) und „Single unit“-Trans- fusionen nahmen von 59,7% auf 67,3% (p<0,001) zu. Als häufigste Begründungen für die Transfusion wurden „Hinweis auf anämische Hypoxie“ bzw. „Kompensationsfähigkeit eingeschränkt, Risikofaktoren vorhanden“ angegeben. Schlussfolgerungen: Die lokale Implementierung von Patient Blood Management ging mit Änderungen der Transfusionspraxis einher. Die Komplexität der Hämotherapie bei Intensivpatienten spiegelt sich in der Mannigfaltigkeit der Freitextangaben wider. Deutlich wird, dass Patienten mehr sind als die Summe ihrer Laborparameter.
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