Anästh Intensivmed 2019;60:18-28 Deutsch English
Übersichten - Zertifizierte Fortbildung
Perioperative Versorgung von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe

Autor

Martin Rösslein, Klinik für Anästhesiologie und ­Intensivmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg, Deutschland

Schlüsselwörter

Obstruktive Schlafapnoe, Perioperative Versorgung, Perioperative Komplikationen

Zusammenfassung

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine bei chirurgischen Patienten häufig auftretende schlafbezogene Atmungsstörung mit zunehmender Prävalenz. Die Erkrankung ist präoperativ in den meisten Fällen nicht diagnostiziert, und die betroffenen Patienten haben ein erhöhtes Risiko für perioperative Komplikationen. Ein wichtiges Ziel des perioperativen Behandlungsplans ist deshalb die Erhöhung der Sicherheit für diese Patienten. Obwohl das Evidenz-Niveau für einzelne Maßnahmen bislang noch unzureichend ist, gibt es Empfehlungen für eine adäquate perioperative Versorgung: Das Bestehen einer OSA sollte bei jedem Patienten präoperativ evaluiert und das perioperative Risiko anhand des OSA-Schweregrades, möglicher Begleiterkrankungen, des operativen Eingriffes und der dafür am besten geeigneten Anästhesie abgeschätzt werden. Eine bestehende CPAP-Therapie sollte perioperativ fortgeführt und sedierende Medikamente zur Prämedikation nur äußerst zurückhaltend eingesetzt werden. Intraoperativ ist mit einer erhöhten Prävalenz eines schwierigen Atemwegs zu rechnen, und es sollten bevorzugt Regionalverfahren eingesetzt werden. Postoperativ sollte eine Überwachung auf individueller Basis so lange fortgeführt werden, bis ein erhöhtes Risiko für postoperative Komplikationen nicht weiter besteht (Absetzen von Opioiden, frei wählbare Schlafposition, adäquate Oxygenierung, Wiederaufnahme der CPAP-Therapie).
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