Anästh Intensivmed 2019;60:36-41 Deutsch English
Sonderbeiträge - Recht
Physician Assistant in der Anästhesie – „Neuer Wein in alten Schläuchen?“

Autoren

Elmar Biermann, Justitiar des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V., Roritzerstraße 27, 90419 Nürnberg, Deutschland
A. Spickhoff, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Medizinrecht, Institut für Internationales Recht, Forschungsstelle für Medizinrecht, Juristische Fakultät, LMU München

Schlüsselwörter

Physician Assistant, Delegation, Substitution, Arbeitsteilung

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der nach wie vor geltenden Rechtslage, wonach die Ausübung der Heilkunde im Grundsatz dem approbierten Arzt vorbehalten ist, werden die Fachgebiete zu diskutieren haben, inwieweit der Physician Assistant unter Beachtung der objektiven und sonstigen Grenzen der Delegation neben oder gar an Stelle weitergebildeten Pflegepersonals oder eventuell auch über den bisherigen Rahmen hinaus an anästhesiologischen Leistungen mitwirken kann. Dabei werden sie, gerade auch im Spannungsverhältnis zwischen Wirtschaftlichkeitserwägungen und Sorgfaltspflichten, bei der Prüfung, welche Einsatzfelder einem Physician Assistant fachlich und rechtlich zugestanden werden können, die Prämisse des Bundesgerichtshofes zu beachten haben, dass „die Sicherheit des Patienten allen anderen Gesichtspunkten“ vorgeht [20]. Hier findet die Deutungshoheit der Fachgebiete und die der (Berufs-)Politik Grenzen.
Drucken kompletter Artikel (PDF) ca. 2453 KB Fenster schließen