Anästh Intensivmed 2019;60:124-133 Deutsch English
Übersichten - Klinische Anästhesie
Knochenzement­reaktion – Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlungsoptionen

Autoren

Christine Gaik, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie Universitätsklinikum Marburg Baldingerstraße 35043 Marburg, Deutschland
N. Schmitt, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie Universitätsklinikum Marburg Baldingerstraße 35043 Marburg, Deutschland
T. Wiesmann, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie Universitätsklinikum Marburg Baldingerstraße 35043 Marburg, Deutschland

Schlüsselwörter

Knochenzementreaktion, Palacos®-Reaktion, Perioperative Komplikation, Bone Cement Implantation Syndrome (BCIS)

Zusammenfassung

Nach wie vor ist die Knochenzement­reaktion ein Grund für eine erhöhte Morbidität und Mortalität in der Endo­prothetik. Die Zementierung von Ge­lenkprothesen kann intraoperativ eine massive hämodynamische Kompromittierung der Patienten zur Folge haben. Obwohl dies vorrangig die Insertion von Hüft- und Knieendoprothesen be­trifft, können auch weitere zementierte OP-Verfahren ursächlich sein. Neben Hypoxie, Hypotension, einer pulmonalarteriellen Druckerhöhung, Arrhythmien und Bewusstseinsverlust kann letztlich auch ein Kreislaufstillstand eintreten. Ob­gleich verschiedene Theorien zur Genese diskutiert werden, sind Ursache und Pathophysiologie dieser Knochenzementreaktion nach wie vor nicht vollständig geklärt. Einige Risiko- und Einflussfaktoren konnten mittlerweile jedoch identifiziert werden. Neben Vor­schlägen zum prä- und intraoperativen Management der beteiligten Fachabtei­lungen soll diese Arbeit einen Überblick darüber geben, wie eine sinnvolle Selektion gefährdeter Patienten interdisziplinär erfolgen kann, um das Risiko einer Knochenzementreaktion zu minimieren.
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