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J. Schüttler, J.M. Mang, L.A. Kapsner, S.A. Seuchter, H. Binder, D. Zöller, O. Kohlbacher, M. Boeker, K. Zacharowski, G. Rohde, J. Balig, M.O. Kampf, R. Röhrig, H.-U. Prokosch

Letalität von Patienten mit COVID-19: Untersuchungen zu Ursachen und Dynamik an deutschen Universitätsklinika

Schlüsselwörter COVID-19 – SARS-CoV-2 – Letalität – Medizininformatik-Initiative (MII)
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Zusammenfassung

Hintergrund: In der Anfangsphase der COVID-19-Pandemie konnte in Deutschland zwar eine niedrigere Inzidenz- und Letalitätsrate im Vergleich zu seinen Nachbarländern beobachtet werden, allerdings zeigten Studien zum Teil vergleichsweise hohe Letalitätsraten bei beatmeten COVID-19-Patienten.
Methode: Im Rahmen dieser retrospektiven Analyse werden Krankenhausaufenthalte von COVID-19-Patienten aus 14 deutschen Universitätsklinika betrachtet. Dazu wurden Datenintegrationszentren der Medi-zininformatik-Initiative (MII) in einer föderierten Analysestrategie genutzt, um die Letalitätsraten in verschiedenen Subgruppen abhängig von Beatmungsstatus, Geschlecht, Lebensalter, Aufenthalts-dauer auf der Intensivstation in Kombination mit verschiedenen Komorbiditäten darzustellen.
Ergebnisse: Die Gesamtsterblichkeit bei 1.318 COVID-19-Patienten betrug 18,8 %. Bei beatmeten Fällen lag die Sterblichkeit bei 38,8 %. Männliche Patienten waren dabei mit 63,4 % im Gesamtkollektiv und mit 74,9 % bei beatmeten Patienten deutlich überrepräsentiert. Häufige Komorbiditäten waren Niereninsuffizienz (35,2 %), aplastische und sonstige Anämien (26,0 %) und Diabetes mellitus (21,1 %). Die mitt-lere Verweildauer betrug 18 Tage bzw. 28 Tage bei beatmeten Patienten. Die Letalität reduzierte sich im Verlauf der Beobachtungen von 20,7 % auf 12,7 %.
Schlussfolgerung: Die beobachteten rückläufigen Letalitätsraten können ein Beleg für eine kontinuierliche Optimierung der COVID-19-Behandlung sein sowie zunehmende Erfahrung und verbesserte Therapieempfehlungen reflektieren. Die bisher erzielten Fortschritte der MII ermöglichen quasi „zum richtigen Zeitpunkt“ Konsortien-übergreifende Analysen, um den Herausforderungen der COVID-19-Pandemie besser zu begegnen.

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06/2021