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Klinische Anästhesie | Clinical Anaesthesia
P. Welsch, F.I.P.P., T. Volk

Retrospektiver Audit: Larynxmaske in Bauch­lage bei elektiven Wirbelsäuleneingriffen – Eine sinnvolle Alternative?

Retrospective audit: Use of the laryngeal mask airway in prone patients undergoing elective surgery on the spine – An acceptable alternative?

Schlüsselwörter Bauchlage, Larynxmaske, Patientensicherheit
Keywords Prone Position, Laryngeal Mask Airway, Patient Safety
Zusammenfassung

Seit ihrer kommerziellen Einführung in England im Jahre 1988 wurde die Larynxmaske kontinuierlich weiterentwickelt. In vielen Anwendungsbereichen hat sie sich, für elektive Eingriffe, als sichere, leicht zu handhabende und weniger traumatische Alternative zur endotrachealen Intubation etabliert.


Dieser Entwicklung steht der, außerhalb von Notfallsituationen, sehr zurückhaltende Einsatz für Eingriffe in Bauchlage gegenüber. Die vorhandene Literatur zu diesem Thema ist eher spärlich, lässt je­doch die Schlussfolgerung zu, dass die Larynxmaske unter bestimmten Bedingungen auch in Bauchlage angewendet werden kann, ohne die Patientensicherheit zu kompromittieren. Die mögliche Selbstpositionierung der Patienten, der Verzicht auf Muskelrelaxantien und verkürzte Prozesszeiten sind beschriebene Vorteile, die vor allem bei dichtgedrängten Operationsprogrammen mit vielen kurzen Eingriffen von Bedeutung sein könnten. In diesem retrospektiven Audit berichten wir über unsere eigenen Erfahrungen mit zwei verschiedenen Larynxmasken bei 215 aufeinanderfolgenden elektiven Wirbelsäuleneingriffen. 27 Patienten mit spe­ziellen körperlichen Problemen lagerten sich selbst auf dem Operationstisch, um eine für sie möglichst komfortable Po­sition einnehmen zu können. Danach wurde die Narkose eingeleitet und eine LMA Supreme™ oder i-gel™ Larynx­maske eingebracht. Patienten für Opera­‑ tionen in der Knie-Hock-Position wurden nach der Einleitung gelagert. Unsere Ergebnisse bestätigen die positiven Literaturberichte. Beide Larynxmasken können eine geeignete Alternative zum Luftwegmanagement in Bauchlage darstellen. Bei einer unbeabsichtigten Extubation oder in Notfallsituationen, bei denen eine direkte Laryngoskopie un­möglich ist, stellen sie ein wertvolles Hilfsmittel dar. Darum sollte ihr Einsatz unter kontrollierten Bedingungen geübt werden. Prospektive Vergleichsstudien an größeren Populationen könnten hilfreich sein, um die scheinbaren Vorteile und potentiellen Risiken in dieser klinischen Situation zu objektivieren.

Summary Since its introduction in the U.K. in 1988 the laryngeal mask airway has undergone repeated refinement. Thanks to its ease of insertion and reduced potential for trauma, in numerous elec-tive procedures it is now established as a safe – and sometimes even more effective – alternative to ET intubation. Reported cumulative experience confirms its feasibility and safety in the prone patient in the elective setting. Apart from airway rescue manoeuvres, however, its application in the prone patient is very restricted. Reported advantages include patient self-positioning, no need of mus­cle relaxants and shorter procedures, which would be of advantage in busy operating theatres. We present a retrospective audit of 215 consecutive adult patients scheduled for elective surgery on the lumbar spine. 27 patients with particular physical problems themselves adopted an optimally comfortable prone position. Anaesthesia was then induced, and an appropriate-sized LMA Supreme™ or i-gel™ inserted. Patients undergoing surgery in the “tuck position” were positioned after induct­ion. Our results support current literature reports that both devices are useful alter­natives for airway management in pa-tients in the prone position. Since it can be very useful in emergency situations or unintentional extubations, its use should be practiced under controlled conditions under which direct laryngoscopy is not feasible. Prospective studies in a large cohort of patients could be helpful for objectifying the apparent advantages and potential risks.
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