Mit unserer neuen Website bieten wir unseren Autoren die Möglichkeit, begutachtete und angenommene Beiträge vor Publikation in einer Print-Ausgabe bereits online – „Online First“ – zur Verfügung zu stellen. Für die Beiträge besteht derselbe Urheberrechts- sowie Copyright-Schutz wie bei regulär publizierten Artikeln. Im Übrigen verweisen wir auf unser Impressum.

Online First
A. Seibel, S. Weber, W. Heinz, M. Göpfert, K. Pracht, R. Heinen, C.-A. Greim

Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus-2 betrifft in den meisten Fällen die Lunge, hat jedoch auch das Potenzial, andere Organsysteme wie das Herz, den Darm und vor allem das Gefäßsystem in Mitleidenschaft zu ziehen.
Im Rahmen der Diagnostik ist die Computertomographie die Bildgebung der Wahl, obwohl diese Methode einen hygienisch problematischen Transport zur Untersuchung erfordert, keine Informationen zu infektionsbedingten Funktionseinschränkungen der betroffenen Organsysteme liefert, und zudem bislang nur eingeschränkte Erfahrungen in der Diagnostik der infizierten Lunge vorhanden sind.
Das Konzept der fokussierten symptomorientierten Multi-Organ-Sonographie beschreibt eine bettseitige und ubiquitär verfügbare Bildgebung, die in allen Bereichen der Akutmedizin anwendbar ist.
Die vorliegende Arbeit liefert eine Übersicht über die organübergreifenden Möglichkeiten der sonographischen Bildgebung für die Diagnostik und Therapieoptimierung bei Patienten, die aufgrund einer Coronavirusinfektion stationär behandelt werden müssen.

Online First
P. Kassenbrock, K. Zickbauer, K. Schunk, S.G. Sakka

Die klinischen Symptome und pulmonalen Veränderungen infolge einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind vielfältiger Natur. Neben den mutmaßlich klassischen klinischen Zeichen wie Fieber, trockener Husten und den radiologischen Veränderungen können allerdings eine Reihe anderer Symptome und Konstellationen bestehen. Wir beschreiben einen 48 Jahre alten, männlichen Patienten, der unter Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion stationär aufgenommen wurde und im Rahmen der intensivmedizinischen Behandlung innerhalb weniger Stunden ein progredientes Organversagen entwickelte. Unter der Diagnose eines septischen Schocks erfolgte eine weitergehende Diagnostik, die einen rechtsseitigen Lungenabszess erbrachte. Der am Abend COVID-19-negativ bestätigte Patient wurde wenige Stunden nach seiner Aufnahme nach extern zur thoraxchirurgischen Versorgung verlegt. Er verstarb unter den intensivmedizinischen Maßnahmen 49 Stunden später im therapierefraktären septischen Multiorganversagen. Der Fall unterstreicht unabhängig der aktuellen Coronavirus-Pandemie die Notwendigkeit der sorgfältigen differentialdiagnostischen Abklärung einer pulmonalen Affektion und die Berücksichtigung eines Lungenabszesses als möglichem Fokus einer Sepsis.

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Etwa ein Drittel der akuten zerebralen Ischämien wird durch den Verschluss einer größeren hirnversorgenden Arterie verursacht. In solchen Fällen kann die umgehende Entfernung des Gerinnsels die Symptome des Patienten rückgängig machen. Für diese neuroradiologische Notfallprozedur, die endovaskuläre Thrombektomie, wird kathetergestütztes Instrumentarium in das verschlossene Gefäß geführt und der Embolus entfernt, damit das stromabwärts liegende Hirngewebe wieder durchblutet und somit vor der Nekrose bewahrt wird. Um die Katheter im Gefäßsystem sicher und effektiv zu steuern, ist die Immobilität des Patienten sehr hilfreich. Allerdings sind viele Schlaganfallpatienten in der Akutsituation motorisch unruhig und im Falle einer sensorischen Aphasie auch verbaler Beruhigung unzugänglich. Der Anästhesist ist gefragt, nicht nur gute Arbeitsbedingungen für den Neuroradiologen zu schaffen, sondern auch die physiologischen Bedingungen für das gefährdete Hirngewebe bis zur Reperfusion zu optimieren. Noch wird untersucht und diskutiert, ob dies besser unter Sedierung mit erhaltener Spontanatmung oder unter Narkose gelingt. Während retrospektive Analysen hier die Sedierung im Vorteil sehen, sprechen die bisher verfügbaren randomisierten Studien eher für die Narkose – eine strikte Aufrechterhaltung des Perfusionsdrucks vorausgesetzt. Die vorliegende Übersicht behandelt die Rahmenbedingungen, den Ablauf und das anästhesiologische Management zur endovaskulären Thrombektomie vor dem Hintergrund der Studienlage.

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J. K. Ender, R. Seidel, S. Brendgen, A. Heiden, J. Strumpf, A. Schröder, M. Meineri

Point-of-Care-Ultraschall ist in der Anästhesiologie Standard. In der vorliegenden Studie wurden die Evaluationsbögen von 22 Blended-Learning-Kursen zur Vermittlung theoretischer und praktischer Fähigkeiten im Bereich klinischer Ultraschallanwendung anonymisiert ausgewertet. Die Evaluation wurde mithilfe einer fünfstufigen Likertskala durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass mittels E-Learning das theoretische Wissen vermittelt und mit dem Präsenzteil die praktischen Fähigkeiten substanziell verbessert werden konnten. Blended Learning ist eine moderne Art der Wissensvermittlung, die bei den Teilnehmern auf große Zustimmung stößt und die Abwesenheit der Teilnehmer in der Klinik begrenzt.

Online First
V. Ghezel-Ahmadi, J. Zinßius, D. Ghezel-Ahmadi, G. Beck, S. Bölükbas, C. Tsagogiorgas

Hintergrund und Fragestellung: Lungenparenchymresektionen mittels Thorakotomie erfordern häufig die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten (EK), welche mit erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, die Bedeutung verschiedener Grade einer präoperativen Anämie im Hinblick auf den intraoperativen Transfusionsbedarf, die Inzidenz postoperativer Komplikationen, die Länge des Intensiv- und Krankenhausaufenthaltes sowie auf das frühe Outcome des Patienten zu analysieren.

11/2020