Mit unserer neuen Website bieten wir unseren Autoren die Möglichkeit, begutachtete und angenommene Beiträge vor Publikation in einer Print-Ausgabe bereits online – „Online First“ – zur Verfügung zu stellen. Für die Beiträge besteht derselbe Urheberrechts- sowie Copyright-Schutz wie bei regulär publizierten Artikeln. Im Übrigen verweisen wir auf unser Impressum.

Online First
J. K. Ender, R. Seidel, S. Brendgen, A. Heiden, J. Strumpf, A. Schröder, M. Meineri

Point-of-Care-Ultraschall ist in der Anästhesiologie Standard. In der vorliegenden Studie wurden die Evaluationsbögen von 22 Blended-Learning-Kursen zur Vermittlung theoretischer und praktischer Fähigkeiten im Bereich klinischer Ultraschallanwendung anonymisiert ausgewertet. Die Evaluation wurde mithilfe einer fünfstufigen Likertskala durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass mittels E-Learning das theoretische Wissen vermittelt und mit dem Präsenzteil die praktischen Fähigkeiten substanziell verbessert werden konnten. Blended Learning ist eine moderne Art der Wissensvermittlung, die bei den Teilnehmern auf große Zustimmung stößt und die Abwesenheit der Teilnehmer in der Klinik begrenzt.

Hintergrund: Die SARS-CoV-2-Pandemie hat den Arbeitsalltag im Rettungsdienst maßgeblich verändert. Arbeitsschutzkonzepte unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils der Mitarbeiter sind erforderlich, um die Einsatzfähigkeit des Rettungsdienstes aufrechtzuerhalten und den persönlichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten.
Fragestellung: Wie ist das persönliche Sicherheitsgefühl bei Notärzten und Rettungsdienstpersonal während der SARS-CoV-2-Pandemie? Wie hoch ist der Anteil unter den Mitarbeitern im Rettungsdienst, die einem besonderen Risiko für schwerwiegende COVID-19-Verläufe unterliegen und welche persönlichen Schutzmaßnahmen werden den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt?
Material und Methoden: Eine onlinebasierte Umfrage mit 20 Fragen zu Demografie, Risikoprofil und Arbeitsschutz wurde an alle Ärztlichen Leiter Rettungsdienst zur Weiterleitung an das Rettungsdienstpersonal versandt. Zusätzlich wurde die Umfrage über Facebook® und Twitter Inc. mit notfallmedizinischen Schlagwörtern geteilt. Es wurden Einfach- und Mehrfach-Auswahlfragen, Bewertungen mittels Schulnoten von 1–6 (sehr gut – unbefriedigend) und Freitextkommentare zur Erhebung genutzt.
Ergebnisse: An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 1.055 Mitarbeiter aus dem Rettungs- und Notarztdienst (21,0% notärztliches Personal und 79,0% Rettungsdienstpersonal). Das persönliche Sicherheitsgefühl wurde in 60,3% der Fälle mit den Schulnoten 1–2 bewertet. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Berufsgruppen (Notärzte MRang = 449,98; Rettungsfachpersonal MRang = 491,87; U = 68125.0; Z = -1,93; p=0,054; r = -0,06). Potenziell prädisponierende Faktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf gaben 53,5% der Teilnehmer an. Persönliche Schutzausrüstung wird den meisten Mitarbeitern täglich zur Verfügung gestellt, jedoch stehen Visiere (48,0%) und FFP3-Masken (51,5%) nur eingeschränkt zur Verfügung. Es kam bei 41,3% der Befragten zu Kontakten mit SARS-CoV-2-Verdachtsfällen, ohne dass dabei ausreichende Schutzkleidung getragen wurde.
Diskussion: Im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie steht dem Einsatzpersonal quantitativ und qualitativ nicht immer ausreichend Schutzmaterial zur Verfügung. Das Personal fühlt sich insgesamt gut geschützt. Mehrfache ungeschützte Kontakte zu COVID-19-Patienten unterstreichen die Notwendigkeit eines persönlichen Basisschutzes bei jedem Rettungsdiensteinsatz.

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Online First
V. Ghezel-Ahmadi, J. Zinßius, D. Ghezel-Ahmadi, G. Beck, S. Bölükbas, C. Tsagogiorgas

Hintergrund und Fragestellung: Lungenparenchymresektionen mittels Thorakotomie erfordern häufig die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten (EK), welche mit erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, die Bedeutung verschiedener Grade einer präoperativen Anämie im Hinblick auf den intraoperativen Transfusionsbedarf, die Inzidenz postoperativer Komplikationen, die Länge des Intensiv- und Krankenhausaufenthaltes sowie auf das frühe Outcome des Patienten zu analysieren.

Die Gehirnentwicklung beim Menschen ist ein komplexer Vorgang aus Zellproliferation, -differenzierung und Migration. Zahlreiche Faktoren tragen zur Gehirnentwicklung bei, so z.B. auch die Neurotransmitter Glutamat und GABA, welche auch Zielstrukturen für die Wirkung der Anästhetika sind. Zahlreiche tierexperimentelle Studien zeigen, dass alle in der Klinik verwendeten Anästhetika toxisch für das sich in Entwicklung befindende Gehirn sind und Apoptose induzieren.

06/2020