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Hintergrund: Täglich sehen sich Anästhesisten und Chirurgen mit der Fragestellung
der korrekten Erfassung von Blutverlusten konfrontiert. Die visuelle
Blutverlusteinschätzung stellt die gängige Praxis in deutschen Kliniken dar. Die
visuelle Schätzung ist jedoch bekanntermaßen mit relevanten Fehlschätzungen
assoziiert.
Fragestellung: Erhebung der Parameter und Methoden, die von Anästhesisten im
deutschsprachigen Raum zur Quantifizierung intraoperativer Blutverluste verwendet
werden.
Methodik: Ein onlinebasierter Fragebogen wurde an 9 Kliniken in Deutschland
gesendet. Der Fragebogen enthielt 8 Fragenkomplexe zur Quantifizierung von
Blutverlusten.
Ergebnisse: Es nahmen 215 Ärzte an der Umfrage teil. Die Mehrheit der Teilnehmer
(65%) bewerten die visuelle Einschätzung von Blutverlusten als mindestens
„befriedigend“ geeignet zur Quantifizierung von Blutverlusten. Erfassungssysteme wie
die photometrische Messung (26%), Feature Extraction Technologie (11%) oder
computerassistierte Wiegesysteme (26%) sind zumeist unbekannt. Tablet-basierte
Erfassungssysteme bieten eine Möglichkeit zur Echtzeiterfassung von Blutmengen.
Die Wiegemethode oder mathematische Modelle können wie Teamtrainings einen
Beitrag zur Steigerung der Genauigkeit leisten.
Schlussfolgerungen: Die visuelle Einschätzung von Blutverlusten ist üblich, wird
aber vom Großteil der behandelnden Ärzte als unzureichend eingeschätzt. Weitere
Methoden zur Bestimmung des Blutverlustes sind daher notwendig.

01/2020