Am 16. November 2023 warnten die Zulassungsinhaber von oral anwendbaren Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor einem dosisabhängigen, erhöhten Risiko für Vorhofflimmern (VHF) bei Patient*innen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) litten oder bei denen kardiovaskuläre Risikofaktoren bestanden und die über viele Monate mit Fischöl (FÖ) in einer Dosis von 4 g / Tag behandelt wurden.
Hintergrund
Die präoperative Risikoevaluation spielt eine entscheidende Rolle in der Anästhesiologie. Trotz multipler evidenzbasierter Leitlinien bestehen im Alltag häufig Diskrepanzen zwischen empfohlenen und tatsächlich durchgeführten Maßnahmen. Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme (Clinical Decision Support Systems, CDSS) bieten eine vielversprechende Möglichkeit, leitlinienbasierte Empfehlungen strukturiert in den klinischen Entscheidungsprozess zu integrieren.
Das Atemwegsmanagement ist ein zentraler Bestandteil der Anästhesie-, Notfall- und Intensivmedizin. Geschlechterunterschiede im Bereich der Atemwege verändern sich im Verlauf des menschlichen Lebens und werden von anatomischen, physiologischen sowie hormonellen Faktoren bestimmt.
Die perioperative 30-Tages-Sterblichkeit von rund 1 % stellt eine zentrale Herausforderung in der Anästhesiologie dar. Dabei spielen akute perioperative Organschädigungen (engl. acute perioperative organ injury, APOI) eine bedeutende Rolle.
Für die Erstellung der S3-Leitlinie „Perioperative Versorgung von Patient:innen mit Frailty“ wurden gemäß den Regularien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) 25 medizinische Fachgesellschaften oder Berufsverbände gebeten, Expert:innen zu nominieren.
In diesem Beitrag wird über einen Strafprozess gegen einen Anästhesiologen berichtet, der im Rahmen einer Therapiezielumstellung bei einem kritisch kranken Intensivpatienten des Mordes angeklagt wurde. Aus dem Verlauf des Prozesses und des Urteils (Freispruch nach 420 Tagen U-Haft) werden juristische und klinisch-praktische Konsequenzen und Hinweise für praktische Durchführung, Umsetzung, Kommunikation und Dokumentation von Therapiezieländerungen abgeleitet, um strafrechtliche Anfechtungen zu vermeiden bzw. abzuwehren.
Die intravenöse Lidocain-Infusion ist ein etablierter Bestandteil multimodaler perioperativer Analgesiekonzepte und kann den Opioidbedarf senken sowie postoperative Schmerzen reduzieren.